Schützen Sie Ihre privaten Daten

Technische Beratung & Verkauf

Martin Mayrhofer

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Datenschutz, Privatsphäre, Tracking, … das Internet ist voll mit Schlüsselworten wie diesen und doch ist es nicht so leicht, diese Worte zu verstehen und die richtigen Einstellungen zu setzen.

 

Dieser Artikel kann Ihnen dabei helfen! In den nächsten Absätzen beschäftige ich mich mit den Privatsphären- und Sicherheitseinstellungen des Browsers Firefox. Sie erhalten von mir die notwendigsten Informationen um Ihre Privatsphären- und Sicherheitseinstellungen besser zu verstehen und um Ihre Datenschutzeinstellungen optimal zu konfigurieren.

 

Wenn es um die Kombination von Sicherheitsfunktionen, Datenschutzmechanismen und aktiver Weiterentwicklung geht, ist wohl unumstritten der Browser Firefox die erste Wahl am Browsermarkt.

Die neueste Version von Mozilla Firefox bietet nun auch zahlreiche Einstellungen und Möglichkeiten um persönliche Daten effektiv zu schützen. Des Weiteren bietet der Webbrowser eine sehr flexible Anpassbarkeit mittels Add-Ons an. Sie können Ihren Firefox Browser an Ihre persönlichen Bedürfnisse in den Bereichen der Funktionalität, Sicherheit und des Datenschutzes anpassen.

 

Diese Anleitung soll Ihnen dabei helfen, Ihren Firefox im Bereich des Datenschutzes optimal zu konfigurieren, ohne dabei die Funktion im täglichen Internetgebrauch einzuschränken.

 

Wer „trackt“ und was ist das überhaupt?

 

Wenn man vom Internet-Datenschutz spricht, wird oft das Wort „Tracking“ erwähnt. Dennoch ist nicht immer klar, was dieser Begriff bedeutet und welche Auswirkungen es auf die Internetnutzerinnen und –nutzer hat.

 

„Tracking“ bedeutet, mittels unterschiedlicher Techniken das Surfverhalten von Nutzerinnen und Nutzern nachzuvollziehen und auszuwerten. Dabei wird versucht, nach einer Auswertung eine gezielte und auf die Nutzerin/den Nutzer angepasste Werbung zu platzieren.

 

Diese Technik ist mittlerweile sehr weit – somit können durch „Tracking“ erstaunlich genaue Personenprofile erstellt werden und Werbungen perfekt an die Bedürfnisse der Userinnen und User angepasst werden.

 

Ist „tracking“ böse?

 

Tracking hat nicht unbedingt nur negative Seiten – durch die Sammlung von persönlichen Daten im Internet, kann eine Homepage beispielsweise an das individuelle Surfverhalten der Nutzerin/des Nutzers angepasst werden und die Website kundenorientiert verbessert werden.

 

Bedenklich ist allerdings das sogenannte „Crossdomain-Tracking“. Hierbei wird das Surfverhalten einer Nutzerin/eines Nutzers über mehrere Webpages hinweg verfolgt und die gewonnenen Daten fließen an dritte Werbenetzwerke ab. Somit gelangen die unterschiedlichsten persönlichen Informationen und Internet-Gewohnheiten an dritte, nicht eingebundene und nicht immer vertrauenswürdige Unternehmen.

 

Die neuesten Versionen von Mozilla Firefox sagen „Tracking“ den Kampf an- viele Datenschutzfunktionen sind standardmäßig aktiviert. Beispielsweise werden mittlerweile Trackingversuche von Facebook auf Homepages Dritter unterbunden.

 

Privat ist nicht gleich Privat

 

Haben Sie schon von der Funktion „privates Browsen“ gehört? Diese Funktion führt Häufig zu Missverständnissen – der Name lässt vermuten, dass durch das private Surfen ein Tracking verhindert wird. Dies ist nicht korrekt! Die Funktion hat lediglich mit den am lokalen Rechner zurückbleibenden Daten zu tun. So werden beispielsweise keine Suchergebnisse gespeichert, besuchte Webseiten nicht in der Chronik angezeigt und Daten von Formularfeldern nicht automatisch gesichert.

 

Weniger ist manchmal Mehr

 

Die Möglichkeit, einen Webbrowser an persönliche Bedürfnisse anpassen zu können, bietet nicht nur Vorteile. Tracker können beispielsweise über das sogenannte „Browser Fingerprinting“ Datenschutzvorkehrungen aushebeln. Dies ist möglich, indem Informationen über installierte „Add-Ins“, über das verwendete Betriebssystem und über die verschiedensten Browserinformationen zusammengeführt werden. Durch diese Technik entsteht eine erstaunlich zuverlässige Hintertüre, um trotz verschiedener Datenschutzvorkehrungen das Surfverhalten der Nutzerin/des Nutzers zu identifizieren und zu verfolgen.

 

Mozilla Firefox hat in den letzten Updates zahlreiche Verbesserungen eingeführt, um den Zugang zu diesen Hintertüren zu erschweren. Nichtsdestotrotz ist man gegen das Tracking nicht immun.

 

Telemetrie

 

Die neuesten Versionen von Mozilla Firefox sind standardmäßig so konfiguriert, dass technische Informationen sowie Daten über die Interaktion an Mozilla übertragen werden. Diese Daten beinhalten im Normalfall keine Informationen über das Verhalten der Nutzerin/des Nutzers. Dennoch empfehle ich Ihnen, das Sammeln und Übertragen der Telemetrie-Daten an Mozilla zu deaktivieren.

 

So deaktivieren sie die Datensammlung der Telemetrie:

 

  1. Öffnen Sie die Einstellungen von Mozilla Firefox: Gehen Sie dafür in das Menü, wählen Sie Extras (Tastenkombination alt + x) und wählen Sie dann die Einstellungen
  2. Wählen Sie in der Einstellungsliste den Punkt „Datenschutz & Sicherheit“
  3. Deaktivieren Sie im Bereich „Datenerhebung durch Firefox und deren Verwendung“ folgende Kontrollkästchen
    • „Firefox erlauben, Daten zu technischen Details und Interaktionen an Mozilla zu senden“
    • „Firefox das Installieren und Durchführen von Studien erlauben“

Weiterführende Informationen zu den Studien von Mozilla finden Sie unter:

https://support.mozilla.org/en-US/kb/shield?as=u&utm_source=inproduct

 

Informationen über die von Mozilla gesammelten Daten und deren Weiterverarbeitung finden Sie unter:

https://www.mozilla.org/en-US/privacy/firefox/#health-report

 

Schutz vor Aktivitätenverfolgung

 

In den Datenschutzeinstellungen von Firefox finden Sie auch folgende Einstellung „verbesserter Schutz vor Aktivitätenverfolgung“. Hier empfehle ich, die Auswahl von „Standard“ auf „Streng“ abzuändern. Wenn Sie diese Einstellung durchführen, kann es passieren, dass gewisse Webseiten nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Sie können allerdings jederzeit eine Homepage als „Ausnahme“ hinzufügen oder die getätigten Einstellungen wieder Rückgängig machen.

 

Weiter unten in den Einstellungen finden Sie auch den Punkt „Websites eine do not track-Information senden“. Dadurch werden die eigenen Aktivitäten nicht mehr verfolgt. Diesen Punkt können Sie auf „immer“ einstellen, wobei dies nicht wirklich einen Schutz darstellt. Mit dieser Einstellung bitten Sie den Tracker lediglich, Sie nicht zu verfolgen. Seriöse Werbetrackingnetzwerke werden sich ohne Zweifel an diese Einstellung halten, unseriösen Netzwerken hingegen wird Ihre Bitte um Privatsphäre, so berechtigt diese auch ist, wohl egal sein.

 

Cookies und Website-Daten

 

Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten auf Ihrem PC abgelegt werden, um so Informationen zu speichern. Ein Beispiel hierfür wäre eine bereits getätigte, frühere Anmeldung auf einer Website. Einem Cookie verdanken Sie es, dass Sie Ihr Facebook Passwort nicht immer erneut eingeben müssen, oder das sich der Onlineshop ohne Anmeldung merkt, was sie bereits bei einem früheren Besuch in den "Einkaufskorb" gelegt haben. Auch auf der VIDEBIS Homepage www.videbis.at kümmert sich ein Cookie darum, dass Ihre gesetzten Vergrößerungs- und Kontrasteinstellungen für Sie abgespeichert werden.

 

In den Firefox Einstellungen finden Sie auch den Bereich „Cookies und Website-Daten“ – hier können Sie festlegen, wie mit Cookies umgegangen werden soll. Sie können allgemein festlegen, dass Cookies immer beim Beenden von Firefox gelöscht werden. Diese Einstellung ist natürlich auch mit Nachteilen verbunden.

 

In den Einstellungen können Sie aber auch angefallene Cookies manuell entfernen bzw. bestimmten Webseiten die Berechtigung Cookies zu setzen entziehen.

 

Statt "Google" kann man auch mal "Suchen" sagen

 

Wir alle wissen, dass es unheimlich angenehm ist, Suchbegriffe direkt in die Adressleiste des Browsers einzugeben und sich darauf verlassen zu können, dass die Suchmaschine qualitativ hochwertige und richtig gereihte Ergebnisse liefert um schnell an die gewünschte Information zu kommen.

 

Unter den Suchmaschinen ist klar Google der Platzhirsch und bei vielen Browsern als Standard und oftmals auch als Startseite eingestellt. Aber auch Google hat Schattenseiten – zum Geschäftsmodell von Google gehört es, die Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer auszuwerten, um so gezielt Werbungen schalten zu können. Je nach verwendeten Suchbegriffen kann dies Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand, auf die politische Orientierung oder auf sonstige private Details der Userinnen und User zulassen.

 

Um nicht immer aus Bequemlichkeit auf Google zurückzugreifen, erlaubt Firefox die Standardsuchmaschine in den Einstellungen (unter dem Punkt „Suchen“) abzuändern oder aber auch über Add-ins neue Suchmaschinen hinzuzufügen.

 

Für datenschutzaffine Personen scheint hier der Suchbrowser startpage.com eine gute Wahl zu sein, da dieser nicht nur auf das aufzeichnen von benutzerspezifischen Daten sowie auf Tracking verzichtet, sondern da dieser auch die selben Suchergebnisse wie Google aufzeigt.

 

Wie dies funktioniert können Sie unter folgendem Link nachlesen:

https://www.startpage.com/#more-content

 

Manchmal ist Komfort auch etwas Feines

 

Obwohl mir der Schutz meiner Daten sehr wichtig ist, möchte ich in diesem Artikel trotzdem eine Firefox-Funktion erwähnen, die ziemlich in Kontrast zum Datenschutz steht: Firefox Sync.

 

Firefox Sync erlaubt das Synchronisieren mehrerer Browser. Dies bedeutet beispielsweise, dass wenn Sie am Computer ein Lesezeichen hinzufügen, selbiges auch am Handy unter Firefox ersichtlich ist. Des Weiteren können Sie Ihre Chronik auf mehreren Geräten (PC, Handy, Tablet, etc.) synchron halten.

 

Um diese Funktion zu ermöglichen, müssen Ihre Daten an einen Server von Mozilla übertragen werden. Der Vorteil allerdings ist, dass Webseitenadressen, die gerade am PC besucht wurden, am Smartphone nicht nochmal eingetippt werden müssen.

 

Das Faultier schlägt also den Datenschützer?

 

Auf Datenschutz komplett verzichten – so weit würde ich dann doch nicht gehen. Mozilla hat schon lange bewiesen, dass sie den Datenschutz ihrer Nutzerinnen und Nutzer ernst nehmen und persönliche Daten bestmöglich sichern möchten. Das Vertrauen in die Bemühungen von Mozilla und mein persönlicher Wunsch nach Komfort lassen es für mich zu, meine Daten bei Mozilla abzuspeichern.

 

Manchmal ist der Datenschutz auch eine Frage des Abwägens, klar können Sie eine Erweiterung wie NoScript installieren, die das Ausführen von Scripts standardmäßig unterbindet, jedoch sind dann regelmäßig Eingriffe notwendig, um die Funktionalität von vielen Webseiten wiederherzustellen. Hin und wieder gewinnt auch mal das Faultier.

 

Ich hoffe Sie fanden den Artikel interessant und informativ. Ich stehe Ihnen gerne unter martin@videbis.at zur Verfügung und freue mich über eine Rückmeldung, Kritik, Fragen oder vielleicht auch ein Lob.

 

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